Das letzte Auswärtsspiel der Saison steht an – Borussia Mönchengladbach ist am Samstag zu Gast beim FC Augsburg (15.30 Uhr). Nachdem der Klassenerhalt gesichert ist, können die Fohlen befreit aufspielen. Aber unwichtig ist das Spiel keinesfalls: Es geht um viel Geld und einen letzten Eindruck.
Der verdiente Sieg gegen Borussia Dortmund am letzten Sonntag hat in Mönchengladbach viel verändert. Die bleierne Schwere, die über dem Verein und seinen Anhängern lastete, ist einer gewissen Lockerheit gewichen. Das Horrorszenario Abstieg konnte vermieden werden, zwei Spieltage vor Saisonende ist der Drops gelutscht. Dass man sich mit der besten Saisonleistung über die Ziellinie gehievt hat, wertet die Stimmung zusätzlich auf.
Kein Sand in die Augen
Doch natürlich wäre es verkehrt, sich nun Sand in die Augen zu streuen. Die Leistung gegen den BVB war wirklich gut, aber es war halt nur ein Spiel, in dem es der Mannschaft gelungen ist, über 90 Minuten auf einem beständig hohen Niveau abzuliefern. Das ist gut und schön, aber diese vielbeschriebene »Benchmark« darf nicht die Ausnahme sein, sondern muss die Regel werden. Schließlich haben die Gladbacher gegen Dortmund keine Wunderdinge auf den Platz gezaubert, sondern einfach mal das durchgezogen, was gemeinhin als die Grundvoraussetzung gilt: Gemeinsam geackert und darüber ins Spielen gekommen.
In Augsburg wird sich zeigen, ob das Dortmundspiel nur eine Eintagsfliege war. Denn auch wenn es von der Konstellation her ein komplett anderes Spiel wird, so sind die zuvor beschriebenen Grundvoraussetzungen unverändert. Entsprechend darf und muss man erwarten, dass die Gladbacher mit dem gleichen Mindset auftreten wie am vergangenen Sonntag. Für Mannschaft und Trainer geht es darum, zum Ende einer insgesamt schlimmen Saison einen letzten guten Eindruck zu hinterlassen.
Schröder umschifft alle Zukunftsfragen
In gewissen Details könnte das den im Sommer anstehenden Umbruch noch mitprägen. Am großen Bild der Saison werden die verbleibenden beiden Spiele allerdings nichts mehr ändern. Die relevanten Fakten für die Saisonanalyse liegen vor und fraglich ist nur, welchen Spielraum und welche Befugnisse Rouven Schröder letztlich zugestanden werden. Der Sportchef umschiffte auch am Donnerstag alle Zukunftsfragen, ohne konkrete Antworten zu geben. »Bis zum Schluss geschlossen auftreten«, lautet das Motto, und daran will man sich offensichtlich halten.
Relevant ist das Spiel in Augsburg aber nicht nur hinsichtlich der B-Note. Es geht auch noch um richtig viel Geld – die Fernsehgeldtabelle gewinnt für einen finanziell so dünn aufgestellten Klub wie Borussia immer mehr an Bedeutung. Und so stehen tatsächlich einige Millionen Euro in den letzten beiden Partien auf dem Spiel. Auch insoweit sollte allen Beteiligten klar sein, dass es in Augsburg nicht nur um die Goldene Ananas geht.
Kleindienst noch kein Thema
Der FCA hat unter Manuel Baum die Fehlzündung mit Sandro Wagner eindrucksvoll korrigiert und eine hervorragende Rückrunde gespielt. Auf die Borussen wartet also im letzten Auswärtsspiel eine höchst anspruchsvolle Aufgabe. Eugen Polanski muss auf Nico Elvedi (Gelbsperre) und Jens Castrop (Rotsperre) verzichten. Für Tim Kleindienst kommt das Spiel noch zu früh, er soll planmäßig am nächsten Wochenende gegen Hoffenheim zurückkehren. Ein kleines Fragezeichen steht noch hinter Haris Tabaković, aber grundsätzlich geht Polanski davon aus, dass der bosnische Nationalspieler spielfit sein wird.
von Marc Basten – TORfabrik.de | Foto: Norbert Jansen – Fohlenfoto