9. August 2022

Vier Wochen bis Bayern: Das Warten auf den Dominoeffekt

Borussia Mönchengladbach befindet sich weiterhin im Wartestand. Vier Wochen vor dem Ligaauftakt gegen Bayern München ist man in Bezug auf die Kaderzusammenstellung noch nicht weiter gekommen.

Fast zwei Wochen leitet Adi Hütter jetzt das Training bei der Borussia. Immer wieder unterbricht der 51-Jährige die Übungen, er präsentiert sich wie erwartet kommunikativ und insgesamt hinterlässt das neue Trainerteam einen professionell entspannten Eindruck. Die Arbeit auf dem Platz sieht nach Arbeit aus – so wie es sein soll.

Es ist die Kennenlernphase, wie Adi Hütter in diesen Tagen mehrfach betont hat. Der neue Chefcoach konnte sich neben einer handvoll Basisspielern vor allem ein Bild von den Akteuren machen, die zuletzt eher hintendran waren – und natürlich von den zahlreichen Youngstern. Der eine oder andere aus beiden Gruppen macht auf sich aufmerksam, doch Aussagekraft für die neue Saison hat das noch nicht.

Bislang ist der Domino-Effekt nicht eingetreten

Vier Wochen vor dem Ligaauftakt gegen den Rekordmeister aus München gibt es in Gladbach ohnehin noch nicht allzu viel, was wirkliche Aussagekraft hat. Nach wie vor wartet alles darauf, dass endlich Bewegung in den Transfermarkt kommt. Bislang ist der Domino-Effekt nicht eingetreten und Max Eberl muss weiterhin die Pläne für die unterschiedlichsten Szenarien in der Schublade vorhalten.

Vor allem bei den beiden ‘Hauptkandidaten’ Matthias Ginter und Denis Zakaria wünscht man sich endlich Klarheit. Für den Abgang von Zakaria wurde bereits durch die Verpflichtung von Manu Koné vorgesorgt – auch wenn der junge Franzose jetzt erstmal verletzt ausfällt. Verlässt Ginter die Borussia, so muss ein körperlich präsenter neuer Innenverteidiger von einer gewissen Güteklasse her – und die gibt es nicht an jeder Ecke.

Adi Hütter muss weiter improvisieren

Dazu kommt, dass Borussia – wie in alten Zeiten – nur das Geld ausgeben darf, was auch eingenommen wird. Heißt, dass ohne hohe Transfererlöse auch keine Spieler aus dem gehobenen Segment verpflichtet werden können. Aus dieser Pattsituation heraus könnte sich einiges entwickeln, nur fehlt noch der zündende Funke. Spannend dürfte es auch nach hinten raus werden, denn nach wie vor sind viele Vereine gezwungen, ihre Kader zu verkleinern.

Das bedeutet, dass zum Ende der Transferperiode noch Spieler erschwinglich werden, die im Moment finanziell außer Reichweite für die Borussia sind. Das gleiche gilt für die allseits beliebten Leihgeschäfte – auch hier dürfte sich noch einiges tun und möglicherweise wird es die eine oder andere kurzfristige Lösung für die Borussia geben. Man darf sicher davon ausgehen, dass Adi Hütter bei Schließung des Transferfensters ein schlagkräftiger Kader zur Verfügung stehen wird. Wie der im Detail aussieht und welchen Fußball der Trainer letztlich spielen lassen kann, ist offen. Adi Hütter wird zunächst weiter improvisieren müssen – auch im Trainingslager in der kommenden Woche.

von Marc Basten – TORfabrik.de