25. Juni 2022

Flashback: Der Moment für die Ewigkeit

Vor genau 10 Jahren, am 19. Mai 2011, erbebte der Borussia-Park in seinen Grundfesten. Niemand wird die Atmosphäre vergessen, niemand den Moment, der Igor de Camargo unsterblich machte. Doch der wirklich magische Moment folgte erst sechs Tage später.

Was wäre gewesen, wenn das Relegationsspiel am 19. Mai 2011 in Corona-Zeiten stattgefunden hätte? Vermutlich wäre Borussia Mönchengladbach überhaupt nicht auf Platz 16 gelandet, weil es neben der Willensstärke der Mannschaft und den punktgenauen Maßnahmen von Neu-Trainer Lucien Favre auch die Wucht der Fans war, die die Fohlen auf der eigentlichen unmöglichen Mission durch das Frühjahr 2011 getragen hat.

Damals war Borussia gefühlt dazu übergegangen, mit den ‚magischen Momenten‘ in Serienproduktion zu gehen. Mo Idrissous überraschender Treffer zum Sieg gegen Meister Dortmund war so einer, der Knaller von Marco Reus zum 1:0 in Hannover ein noch größerer. Getoppt wurde er noch vom Führungstor durch Mike Hanke gegen Freiburg, ehe Igor de Camargo mit dem ‚Last-Second-Tor‘ im ersten Relegationsspiel gegen Bochum allem die Krone aufsetzte.

Dieser magische Moment vor zehn Jahren hat Igor de Camargo unsterblich gemacht. Natürlich werden die Geschichten anlässlich des Jubiläums in diesen Tagen immer wieder erzählt – diese Explosion der Emotionen wird für immer in den Köpfen der Borussia-Fans bleiben. Die Erinnerung an die Sekunden danach, als das Stadion komplett ausrastete, sorgt auch heute noch für Gänsehaut.

In der Rückschau kommt jedoch oft zu kurz, dass dieses Tor von de Camargo längst noch nicht die Erlösung bedeutete. Denn im Rückspiel sorgte ein Eigentor von Nordtveit nach 24 Minuten dafür, dass das heute legendäre de-Camargo-Tor egalisiert und kurz davor war, unter der Rubrik ‚zu früh gefreut‘ abgelegt zu werden. Es war ein Tanz auf der Rasierklinge und erst in der 72. Minute sorgte ein gewisser Marco Reus dafür, dass das Wunder tatsächlich Wirklichkeit wurde.

Igor de Camargo hatte auch an diesem Treffer seinen Anteil: Gerade eingewechselt, spielten er und Reus einen doppelten Doppelpass, den Reus mit einem abgezockten Abschluss vollendete und damit die Rettung perfekt machte. Eigentlich war dieses Reus-Tor am 25. Mai 2011 im Bochumer Ruhrstadion der wirklich magische Moment in der Relegation. Doch es bedurfte halt vieler magischer Momente, damit dieses Fußballwunder Wirklichkeit wurde – und Borussia Mönchengladbach in eine überaus erfolgreiche Dekade starten konnte. Und Igor de Camargo hatte unzweifelhaft einen sehr großen Anteil daran. Und deshalb ist es auch in Ordnung, dass sein Tor vom 19. Mai 2011 im Borussia-Park als Moment für die Ewigkeit in die Chronik der Borussia Einzug gehalten hat.

von Redaktion TORfabrik.de