20. Oktober 2021

Weiter mit Rose – »Scheißegal, wo er ab Sommer sein wird«

Zeit für klare Worte – Borussias Sportdirektor Max Eberl räumte am Mittwoch bei der Pressekonferenz mit den wilden Geschichten auf, die sich um die Entscheidung von Marco Rose ranken, im Sommer nach Dortmund zu wechseln.

Es ging sehr wild in der virtuellen Fanlandschaft zu, seitdem die Entscheidung von Marco Rose öffentlich gemacht wurde, in der nächsten Saison den BVB zu trainieren. Plötzlich war von Interna aus der Kabine zu lesen, von einem geschockten Max Eberl und vor allem einem oberdreisten Marco Rose, der die Gladbacher Borussen aber mal so richtig verschaukelt hat und mehr oder weniger feixend durch die Geschäftsstelle geturnt sei und nicht nur seinen Trainerstab, sondern auch noch einige Spieler mit nach Dortmund nehmen werde.

Auf diversen Plattformen wurden aus vielen Bruchstücken plötzlich gefühlte Wahrheiten und ganz schnell schwappte die Welle der Empörung über die Fanlandschaft hinweg. Das Fanprojekt forderte den sofortigen Rauswurf von Rose und selbst bei der Umfrage hier auf TORfabrik.de stimmten 75% von mehreren tausend Teilnehmern für eine unmittelbare Trennung von Marco Rose. Der noch vor wenigen Monaten innig geliebte Rose wurde wegen seines vermeintlichen Verrats am Verein und seinen Fans über Nacht zur Persona non grata.

»Marco hat überhaupt nichts falsch gemacht«

Bei der Pressekonferenz am Mittwochmorgen nutzte Sportdirektor Max Eberl die Gelegenheit, einiges klarzustellen – vor allem den alles entscheidenden Punkt in der ganzen Angelegenheit: Hat Marco Rose gegenüber Max Eberl mit gezinkten Karten gespielt und ihn, und damit den gesamten Verein, hinters Licht geführt? »Wir haben in den letzten Wochen und Monaten sehr intensiv gesprochen«, erklärte Eberl. »Es waren emotionale Gespräche, offen und transparent. Marco hat letztlich eine Entscheidung gefällt, die vertraglich verankert war. Marco hat überhaupt nichts falsch gemacht.«

Es gab keine ›linke Nummer‹ von Rose. Weil der öffentliche Druck zusehends größer wurde, vereinbarten Eberl und Rose, dass in der Woche nach dem Köln-Spiel eine Entscheidung getroffen werden müsse. »Diese Entscheidung ist dann in dieser Woche gefallen«, so Eberl. Abgesprochen war, dass dies nach dem Spiel in Wolfsburg erst der Mannschaft und dann der Öffentlichkeit gegenüber kommuniziert wird. »Die Mär, dass Marco am Montagmorgen in mein Büro gekommen ist und ich dann tief enttäuscht unter den Tisch gefallen bin, ist die erste Lüge«, machte Eberl deutlich. »Die zweite Lüge ist, dass die Mannschaft irgendwie in Grund und Boden gefallen ist. Alle haben das mannhaft zur Kenntnis genommen, es gab keine Auseinandersetzungen, keine Wortgefechte – es gab gar nichts. Es gab auch am Dienstag kein Gespräch mit Max Eberl und dem Mannschaftsrat. Auch das ist eine Lüge.«

»Es ist nicht eine Sekunde darüber nachgedacht worden, ob Marco Rose freigestellt wird«

»Ich bin etwas schockiert, wie man heutzutage dumpf und und dumm irgendwelche Kommentare social-media-technisch verbreiten kann und Journalisten solche Themen dann aufgreifen und als Wahrheit wahrnehmen. Aber es ist ein gesellschaftliches Problem, dass irgendwelche Dumpfbacken im Hintergrund Lügen verbreiten, die dann als Wahrheit verkauft werden.« Eberl sprach von Wut und teilweise auch Hass, den die Fans offensichtlich in dieser Sache empfinden würden. »Die Vehemenz ist groß und teilweise bestürzt mich das auch.«

Gleichwohl machte Eberl unmissverständlich klar: »Es ist nicht eine Sekunde darüber nachgedacht worden, ob Marco Rose freigestellt wird. Ich verstehe die Enttäuschung, dass Marco eine Entscheidung, die er fällen darf, gefällt hat. Aber ich bin zu einhundert Prozent davon überzeugt, dass er alles geben wird, um diesen Klub erfolgreich zu verlassen. Und erfolgreich heißt, so viele Punkte wie möglich zu holen und in den Pokalwettbewerben so weit wie möglich zu kommen – scheißegal, wo er ab Sommer sein wird.«

»Wir werden uns immer in die Augen schauen können, das lasse ich mir auch von den ganzen Geschichten, die um uns herum aufgebaut werden, Nullkommanull kaputt machen. Hier ist ein totales Vertrauen – es passt kein Blatt zwischen Marco Rose und Max Eberl.«

von Redaktion TORfabrik.de