21. Mai 2022

0:4! Heftige Klatsche für Borussia in Leverkusen

Borussia Mönchengladbach enttäuschte bei Bayer Leverkusen auf ganzer Linie und wurde mit 4:0 abgeschossen. Neben der Klatsche hatten die Borussen gleich vier verletzte Spieler zu beklagen, es gab anderthalb Eigentore und Lars Stindl verschoss einen Elfmeter.

Borussias Trainer Adi Hütter nahm im Vergleich zum 1:1 gegen die Bayern vor einer Woche zwei Wechsel vor: Thuram und Hofmann erhielten den Vorzug vor Wolf und Herrmann (beide Bank). In der Grundausrichtung spielten die Fohlen in einem 4-2-3-1 mit Thuram als zentraler Spitze.

Die Gladbacher legten in der BayArena einen Katastrophenstart hin. Nach drei Minuten durfte Bakker aus zwanzig Metern frei schießen – der Ball prallte an den Pfosten, sprang Sommer dann an den Fuß – von wo aus die Kugel über die Linie tickte. Äußerst unglücklich für die Borussen, die auch in den nächsten Minuten ziemlich neben sich standen. Die Gastgeber attackierten mit viel Leidenschaft und die Gladbacher konnten nicht dagegenhalten.

0:2 nach acht Minuten und Thuram muss verletzt raus

Nach acht Minuten überrannte Diaby auf der linken Gladbacher Seite den überforderten Scally und passte vor dem Strafraum zu Schick. Der Mittelstürmer hatte deutlich zu viel Platz, konnte ungehindert von Ginter weiter nach innen ziehen und schoss aufs linke Eck. Sommer war mit der Hand dran, lenkte das Leder aber ins Netz (8.). Und damit war die bittere Anfangsphase für den VfL noch nicht vorbei: Tah foulte Thuram im Mittelfeld und der Franzose musste nach zwanzig Minuten mit bandagiertem Knie vom Platz – Wolf kam für ihn.

Die Borussen hatten bis dahin noch kein Bein an den Boden bekommen – die Ausnahme war ein Schuss von Hofmann nach einer Viertelstunde, der den Außenpfosten touchierte. Ansonsten taten sich die Gladbacher ungemein schwer, weil sie gegen die teilweise sehr rustikal zu Werke gehenden Leverkusener keine Mittel fanden. Das Tempo fehlte, die Gegenwehr war viel zu lasch und die Raumaufteilung im Mittelfeld und auf den Außenbahnen völlig ungenügend.

Stindl scheitert vom Elfmeterpunkt – Lainer angeschlagen runter

Leverkusen beschränkte sich in der Folgezeit aufs Umschaltspiel und schaffte es, die Gladbacher weitestgehend vom eigenen Tor fernzuhalten. Bei den Gegenangriffen der Werkself brannte es dann fast immer vor Yann Sommer – der gegen Schick einmal Glück hatte (20.) und in der 39. Minute den dritten Gegentreffer so gerade noch verhinderte. Nach einem simplen langen Ball ließen sich Elvedi und Ginter im Luftkampf von Schick wie Anfänger abkochen. Der Tscheche lief auf Sommer zu und wollte ihn aus kurzer Distanz tunneln – der Ball blieb ab Sommers Fuß hängen.

Vielleicht hätte der Abend noch einen anderen Verlauf nehmen können, wenn Lars Stindl in der 43. Minute nicht vom Elfmeterpunkt gescheitert wäre. Zuvor war Bakker Lainer auf der Strafraumlinie in die Hacken geknallt – nach Überprüfung des ‘Tatorts’ durch den VAR entschied Schiedsrichter Aytekin auf Elfmeter. Für Lainer war die Partie nach dem heftigen Tritt beendet – der Österreicher musste gestützt von Arzt und Betreuer vom Feld geführt werden. Sein ‘Opfer’ war umsonst – Stindl schoss ganz schwach nach halbrechts und Hradecky parierte.

Der endgültige Knockout nach kurzem Strohfeuer

Nach dem Seitenwechsel konnte man zumindest im Ansatz den Eindruck gewinnen, als ob die Borussen nun endlich mit dem nötigen Biss dagegenhalten wollten. Ein Kopfballgewinn von Ginter im Mittelfeld leitete eine Chance für Neuhaus ein, dessen wuchtiger Schuss im Strafraum geblockt wurde (50.). Wenige Sekunden später flankte der für Lainer gekommene Bensebaini – der links verteidigte, während Scally auf die rechte Seite ging – und Neuhaus bekam am zweiten Pfosten eine Kopfballgelegenheit – setzte den Ball aber am Tor vorbei.

Doch das Gladbacher Strohfeuer verpuffte schnell. Leverkusen kam über Borussias linke Seite nach vorne, Bakker überlief den erneut alleingelassenen Scally und flankte an den zweiten Pfosten, wo Diaby frei abziehen konnte. Der Schuss wäre wohl Beute für Sommer geworden, doch Bensebaini fälschte unhaltbar zum 0:3 ab (55.). Das war natürlich der Knockout für die Borussen, die danach auseinanderzubrechen drohten. Diaby ließ Elvedi ganz alt aussehen, doch Sommer rettete (57.). Kurz darauf sah Elvedi gegen Schick schlecht aus, konnte dann aber im Sechzehner im letzten Moment mit einer Grätsche den vierten Gegentreffer verhindern.

Sommer legt sich noch ein viertes Ei ins Nest

Das Spiel war durch, während die Borussen die nächsten Ausfälle zu verzeichnen hatten. Plea, der sich im ersten Durchgang das Knie verdreht hatte, musste ebenso wie Ginter – offensichtlich mit Kreislaufproblemen – runter. Für Ginter kam Luca Netz zu seinem Gladbach-Debüt. Der Neuzugang aus Berlin spielte auf der linken Abwehrseite, während Bensebaini in die Innenverteidigung neben Elvedi rückte. Die Borussen suchten zwar den Weg nach vorne, doch Stindls Kopfball nach Scally-Flanke geriet zu mittig (69.) und etwas später verzog der Kapitän aus guter Position nach Hofmann-Ecke deutlich (74.). Derweil luden die Gladbacher die flinken Leverkusener immer wieder zu Kontern ein – Schick verpasste in der 78. Minute nur haarscharf.

Auf der anderen Seite blieb Hofmann im Anschluss an eine Balleroberung von Wolf der Ehrentreffer verwehrt – er scheiterte an Hradecky (85.). Besser machte es der Leverkusener Amiri zwei Minuten später. Eine Bakker-Flanke an den zweiten Pfosten spielte Wirtz direkt an den Elfmeterpunkt, wo Amiri zum Abschluss kam. An einem normalen Tag hätte Sommer diesen nicht sehr scharfen Schuss locker geschnappt, doch diesmal legte sich der Schweizer das Ei selbst ins Nest. 0:4 hieß es am Ende aus Sicht der Borussen, bei denen an diesem Abend von A-Z alles schiefgelaufen ist.

Kurzstatistik zum Spiel:

Bayer Leverkusen: Hradecky – Frimpong, Kossounou, Tah, Bakker – Aranguiz (84. Baumgartlinger), Palacios (68. Andrich), Paulinho (68. Amiri), Demirbay (81. Wirtz), Diaby – Schick (81. Pohjanpalo)

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer (45.+1 Bensebaini), Ginter (63. Netz), Elvedi, Scally – Kramer, Neuhaus – Hofmann, Stindl, Plea (63. Herrmann) – Thuram (20. Wolf)

weiter im Kader: Sippel (ETW), Beyer, Jantschke, Benes, Bennetts

Tore: 1:0 Sommer (3./ET), 2:0 Schick (8.), 3:0 Diaby (55.), 4:0 Amiri (87.)

Bes. Vorkommnisse: Hradecky hält Foulelfmeter von Stindl (43.)

Gelbe Karten: Demirbay, Bakker, Paulinho, Diaby – Kramer, Wolf

Schiedsrichter: Deniz Aytekin

Zuschauer: 15.105

von Marc Basten – TORfabrik.de